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Einbürgerung · Luzern

Einbürgerung im Kanton Luzern: Voraussetzungen, Gespräch, Gebühren und Beispielfragen

Im Kanton Luzern reichen Sie das Gesuch bei der Gemeinde ein, und Ihre Grundkenntnisse werden meist in einem Gespräch geprüft. Hier finden Sie die Wohnsitzfristen, den Ablauf, die Gebühren und fünf Übungsfragen.

Auf dieser Seite

Die Einbürgerung in Luzern auf einen Blick

Im Kanton Luzern ist die Wohngemeinde Ihre Anlaufstelle: Dort reichen Sie das Gesuch ein, dort wird es geprüft, und dort entscheidet die zuständige Behörde über das Gemeindebürgerrecht. Danach erteilt der Bund die Einbürgerungsbewilligung, und die Abteilung Gemeinden des Justiz- und Sicherheitsdepartements erteilt das Kantonsbürgerrecht. Einen kantonalen Einheitstest gibt es nicht: Die Gemeinde prüft Ihre Kenntnisse, meist in einem Gespräch.

PunktKanton Luzern
BewilligungBewilligung C
Aufenthalt in der Schweiz10 Jahre (die Jahre zwischen 8 und 18 zählen doppelt)
Wohnsitz in der Gemeinde3 Jahre in den letzten 5 Jahren, dazu 1 Jahr ohne Unterbruch unmittelbar vor der Einbürgerung
DeutschB1 mündlich, A2 schriftlich
GrundkenntnisseVon der Gemeinde geprüft, meist im Gespräch mit der Einbürgerungs- oder Bürgerrechtskommission
Dauer bei Kanton und BundEtwa 4 bis 6 Monate, dazu das Verfahren der Gemeinde

Die Voraussetzungen

Die Fragen und Antworten zum Bürgerrecht des Kantons nennen die Wohnsitzfristen:

  • Schweiz: in der Regel 10 Jahre Aufenthalt. Die Zeit zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr zählt doppelt, der tatsächliche Aufenthalt muss mindestens 6 Jahre betragen.
  • Einbürgerungsgemeinde: in den letzten fünf Jahren vor dem Gesuch insgesamt mindestens drei Jahre, und unmittelbar vor der Einbürgerung mindestens ein Jahr ohne Unterbruch.

Eine eigene Frist für den Kanton nennt die Seite nicht. Dazu kommen eine erfolgreiche Integration und die Vertrautheit mit den örtlichen Lebensverhältnissen. Das kantonale Bürgerrechtsgesetz (KBüG, § 25) verlangt Grundkenntnisse über die geografischen, historischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse von Bund, Kanton und Gemeinde.

Achtung

Ein Wegzug während des Verfahrens ist nur eingeschränkt möglich. Planen Sie einen Umzug erst, wenn die Gemeinde ihre Prüfung abgeschlossen hat, und fragen Sie vorher bei der Gemeinde nach.

Deutschkenntnisse

Das KBüG (§ 22) verlangt Deutsch mündlich B1 und schriftlich A2, also das Minimum des Bundes. Ein Sprachzertifikat, zum Beispiel der fide-Sprachenpass, ist der übliche Nachweis. Laut den Richtlinien der Stadt Kriens gilt der Nachweis auch als erbracht, wenn Deutsch Ihre Muttersprache ist, wenn Sie mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule auf Deutsch besucht haben oder eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch abgeschlossen haben.

Der Ablauf: Beispiel Adligenswil

Jede Gemeinde organisiert ihr Verfahren selbst. Das Merkblatt der Gemeinde Adligenswil beschreibt einen typischen Ablauf:

  1. Gesuch einreichen. Formular und Originaldokumente (höchstens 6 Monate alt) bei der Gemeindekanzlei, mit Pass und Ausländerausweis.
  2. Abklärungen. Die Gemeinde holt Berichte beim Amt für Migration und bei der Luzerner Polizei ein.
  3. Gespräch für den Einbürgerungsbericht. Die Gemeinde lädt Sie ein.
  4. Publikation. Ihr Name wird veröffentlicht; die Stimmberechtigten können während 30 Tagen Einwände erheben.
  5. Gespräch mit der Bürgerrechtskommission. Sie entscheidet über die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts.
  6. Kanton und Bund. Die Abteilung Gemeinden prüft das Dossier und holt die Bewilligung des SEM ein; danach erteilt der Kanton das Kantonsbürgerrecht.

Laut Gesetz entscheidet in der Gemeinde grundsätzlich die Gemeindeversammlung; die Stimmberechtigten können diese Aufgabe aber dem Gemeinderat, dem Parlament oder einer Kommission übertragen (KBüG, § 30). Darum entscheidet in vielen Gemeinden eine Kommission.

Das Einbürgerungsgespräch

In Luzern ist das Gespräch der wichtigste Moment. In der Stadt Luzern entscheidet eine Einbürgerungskommission mit sieben Mitgliedern. Laut einer Antwort des Stadtrats (2019) gibt es dort keinen schriftlichen Staatskundetest: Die Kenntnisse über Geografie, Politik und Demokratie werden im Gespräch mit der Kommission geprüft. In Kriens führen Sie zuerst ein Gespräch mit einer Gesprächsbeauftragten oder einem Gesprächsbeauftragten, danach mit der Bürgerrechtskommission. Wie viele Fragen gestellt werden, veröffentlichen die Gemeinden nicht. Fragen Sie Ihre Gemeinde, wie das Gespräch bei Ihnen abläuft.

Tipp

Üben Sie, in ganzen Sätzen auf Deutsch zu antworten: zu Ihrem Alltag, Ihrer Arbeit, Ihrer Gemeinde und zu den Institutionen. Wie Sie sich vorbereiten, lesen Sie in unserem Guide zum Einbürgerungsgespräch.

Die Gebühren

EbeneErwachseneEhepaarMinderjährige allein
Kanton (seit 1.1.2025)CHF 350CHF 400CHF 150
BundCHF 100CHF 150CHF 50
Stadt Luzern (seit 1.4.2026)CHF 500 pro GesuchCHF 500 pro Gesuchkeine Gebühr

Quellen: Stellungnahme des Stadtrats Luzern (Dezember 2024) für Kanton und Bund, Einbürgerungsreglement der Stadt Luzern für die Stadt. In der Stadt Luzern zahlen auch junge Erwachsene, die beim Gesuch jünger als 25 sind, keine städtische Gebühr. Andere Gemeinden verlangen mehr: Adligenswil zum Beispiel CHF 1500 für eine Einzelperson ab 18 Jahren und CHF 1700 für ein Ehepaar, mit einer Anzahlung beim Einreichen. Fragen Sie Ihre Gemeinde nach dem Tarif.

Die Unterlagen

Die kantonale Verordnung (KBüV, § 2) verlangt Auszüge aus dem Zivilstandsregister, einen Strafregisterauszug, einen Betreibungsregisterauszug und eine Wohnsitzbestätigung. Wer noch nicht im Zivilstandsregister eingetragen ist, muss sich zuerst beim Zivilstandsamt registrieren. Viele Gemeinden verlangen zusätzlich:

  • den Sprachnachweis (B1 mündlich, A2 schriftlich);
  • eine Steuerbestätigung;
  • die unterschriebene Erklärung zur Beachtung der Rechtsordnung;
  • Arbeitgeber- oder Schulreferenz und Nachweise zur Arbeit oder Ausbildung.

5 Beispielfragen zum Kanton Luzern

Diese Fragen stammen aus unserem Kurs. Sie betreffen Fakten, die im Gespräch nützlich sind.

FrageAuswahlAntwort
Wo beginnt die Zahnradbahn auf den Pilatus?In Kriens · In Alpnachstad · In Vitznau · In HergiswilIn Alpnachstad.
Mit wem schloss Luzern im Jahr 1332 einen ewigen Bund?Mit Uri, Schwyz und Unterwalden · Mit Zürich, Bern und Solothurn · Mit Zug und Glarus · Mit den Herzögen von Habsburg-ÖsterreichMit Uri, Schwyz und Unterwalden.
Wie viele Mitglieder hat der Luzerner Kantonsrat?100 · 160 · 180 · 120120.
An welchem Tag fand die Schlacht bei Sempach statt?Am 15. November 1315 · Am 1. August 1291 · Am 9. Juli 1386 · Am 11. Oktober 1531Am 9. Juli 1386.
Was geschah in der Nacht auf den 18. August 1993 in Luzern?Die Kapellbrücke brannte zum grössten Teil ab · Der Wasserturm stürzte in die Reuss · Das Löwendenkmal wurde beschädigt · Ein Hochwasser der Reuss zerstörte die ganze AltstadtDie Kapellbrücke brannte zum grössten Teil ab.

Der Kurs enthält 1’320 Fragen zur Schweiz und zu 21 Kantonen, darunter eine Serie zu Luzern.

Häufige Fragen

Gibt es im Kanton Luzern einen schriftlichen Einbürgerungstest?

Einen kantonalen Einheitstest gibt es nicht. Die Gemeinde prüft die Grundkenntnisse, meist im Gespräch mit der Einbürgerungs- oder Bürgerrechtskommission. Fragen Sie Ihre Gemeinde, wie sie vorgeht.

Wie lange muss ich in der Luzerner Gemeinde wohnen?

Insgesamt mindestens drei Jahre in den letzten fünf Jahren vor dem Gesuch und mindestens ein Jahr ohne Unterbruch unmittelbar vor der Einbürgerung.

Was kostet die Einbürgerung im Kanton Luzern?

Der Kanton verlangt seit 2025 CHF 350 für eine erwachsene Person, der Bund CHF 100. Die Gemeindegebühr ist verschieden: in der Stadt Luzern seit April 2026 CHF 500 pro Gesuch, in Adligenswil CHF 1500 für eine Einzelperson.

Wie lange dauert das Verfahren?

Kanton und Bund brauchen zusammen in der Regel etwa vier bis sechs Monate. Die Dauer des Gemeindeverfahrens hängt von der Gemeinde ab.

Welches Deutschniveau braucht es in Luzern?

Mündlich B1 und schriftlich A2, wie im Bundesrecht. Ein anerkanntes Zertifikat wie der fide-Sprachenpass ist der übliche Nachweis.

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