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fide-Test · Sprechen

fide-Test «Sprechen»: Ablauf, Aufgaben A1, A2 und B1, Bewertung

Der Teil «Sprechen» im fide-Test ist ein Einzelgespräch von etwa 15 Minuten mit zwei Prüfenden. Wie es abläuft, wie viele Punkte jede Aufgabe gibt, wie die Verzweigung zu A1 oder B1 entschieden wird und nach welchen Kriterien Sie bewertet werden.

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Das Gespräch «Sprechen» im Überblick

Der fide-Test beginnt mit dem mündlichen Teil: zuerst «Sprechen», dann «Verstehen». Laut fide-service.ch dauert der mündliche Teil insgesamt 40 Minuten, «Sprechen» davon etwa 15 Minuten. Eine Prüferin oder ein Prüfer sitzt Ihnen gegenüber und führt das Gespräch; eine zweite Person sitzt daneben, führt das Protokoll und bewertet. Am Schluss einigen sich die beiden auf die Bewertung. Sie müssen keinen Text lesen: Man zeigt Ihnen nur Bilder.

PunktWas Sie wissen müssen
DauerEtwa 15 Minuten, nach einer kurzen Begrüssung, die nicht bewertet wird
FormatEinzelgespräch mit zwei Prüfenden
NiveausA1, A2 und B1: Höher geht der fide-Test nicht
Gewicht«Sprechen» zählt zwei Drittel des mündlichen Resultats, «Verstehen» ein Drittel
SprachenGleiches Format auf Deutsch, Französisch und Italienisch
MundartIm Teil «Sprechen» dürfen Sie sich auch im Dialekt ausdrücken

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Begrüssung und Einführung. Ein paar Worte zum Kennenlernen: Dieser Teil wird nicht bewertet.
  2. Die drei Aufgaben A2, für alle. Ein Bild beschreiben, ein Telefongespräch für einen Termin simulieren, dann offene Fragen zu einem Thema beantworten. Details und Musterantworten: die Aufgaben A2 im mündlichen Teil.
  3. Die Verzweigung. Die Prüfenden empfehlen, mit A1 oder mit B1 weiterzumachen. Der Entscheid liegt bei Ihnen: Wenn Sie das andere Niveau wählen, bestätigen Sie das mit Ihrer Unterschrift.
  4. Die Aufgaben A1 oder das Gespräch B1. Bei A1: vier Bilder beschreiben und in Kontaktsituationen reagieren. Bei B1: ein Gespräch über ein Thema, das Sie aus zwei Themen wählen. Die ganze Methode: das Gespräch B1.
  5. «Verstehen» folgt, in derselben Kombination. Wenn Sie mit B1 weitergemacht haben, hören Sie die Texte in A2–B1. Siehe den Teil Verstehen.

Die Aufgaben und ihre Punkte

NiveauAufgabenPunkte
A2 (alle)1. Situationsbeschreibung: Wo ist die Person, was passiert auf dem Bild?
2. Telefonat (Simulation): einen Termin vereinbaren, verschieben oder absagen und einen Grund nennen.
3. Gespräch: offene Fragen zu Ihren Gewohnheiten, zu einer Erfahrung, zu einem Ablauf.
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A11. Situationsbeschreibung: eine Serie von vier Bildern, jeweils zwei zusammen.
2. Interaktion: in Kontaktsituationen reagieren, also grüssen, danken, fragen, sich verabschieden.
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B1Gespräch über ein Thema, das Sie aus zwei Themen wählen: eine Erfahrung erzählen, einen Ablauf beschreiben, Vor- und Nachteile nennen, zu einer hypothetischen Situation Stellung nehmen.24

Diese Höchstpunktzahlen stehen im Modelltest «Sprechen» A2–B1. Das Handbuch zum fide-Test (Ausgabe Mai 2026) nennt das Gewicht jedes Niveaus: In der Kombination A1–A2 zählt A1 31 % und A2 69 % von «Sprechen»; in der Kombination A2–B1 zählt A2 43 % und B1 57 %. Die Aufgaben A2 wiegen also in beiden Fällen schwer.

Wie die Prüfenden bewerten

Das Handbuch beschreibt zwei Bereiche. Zuerst die Aufgabenbewältigung: Haben Sie gemacht, was verlangt ist (beschreiben, den Grund des Anrufs nennen, ein Datum vorschlagen, erzählen, Ihre Meinung sagen)? Dann die sprachliche Qualität: Wortschatz, Korrektheit und Flüssigkeit. Die Bildbeschreibungen A1 werden global bewertet: Man muss aus Ihrer Beschreibung erraten können, was passiert. Bei B1 erwartet man ein Sprechen mit wenig Zögern; bei längeren Passagen sind Pausen zum Planen oder Korrigieren normal.

Merke

Laut Handbuch dürfen Sie sich im Teil «Sprechen» auch im Dialekt ausdrücken, und Helvetismen wie «Velo», «parkieren» oder «Znüni» werden nicht negativ bewertet. Entscheidend ist, dass man Sie versteht und dass Sie die Aufgabe lösen. Im schriftlichen Teil gilt dagegen die geschriebene Schweizer Standardsprache.

Das Resultat heisst nicht «bestanden» oder «nicht bestanden»: Sie erhalten ein Niveau für den mündlichen Teil, berechnet aus «Sprechen» und «Verstehen» zusammen.

KombinationA1A2B1
Mündlich A1–A2ab 26 %ab 65 %—
Mündlich A2–B1—ab 43 %ab 79 %

Die genaue Berechnung und wie man den Sprachenpass liest, erklärt der Ratgeber Resultat und Bewertung im fide-Test.

A1–A2 oder A2–B1: vor dem Testtag entscheiden

Das Niveau B1 erreichen Sie nur in der Kombination A2–B1. Wenn Ihr Verfahren mündlich B1 verlangt, müssen Sie mit B1 weitermachen, auch wenn die Prüfenden A1 empfehlen. Die Mindestniveaus des Bundesrechts stehen in den FAQ des SEM zum Nachweis der Sprachkompetenzen.

VerfahrenMündlich mindestensPassende Kombination
Bewilligung B, FamiliennachzugA1A1–A2
Bewilligung C, ordentlich (10 Jahre)A2A1–A2 oder A2–B1: Mit beiden können Sie A2 erreichen
Bewilligung C, vorzeitig (5 Jahre)B1Nur A2–B1
Ordentliche EinbürgerungB1Nur A2–B1

Welches Niveau für Ihr Verfahren?

Wählen Sie Ihr Verfahren: Sie sehen das Mindestniveau nach Bundesrecht und Ihr ungefähres Niveau, wenn Sie den Test gemacht haben.

Achtung

Für die Einbürgerung verlangen mehrere Deutschschweizer Kantone mehr als das Bundesminimum, zum Beispiel B2 mündlich. Klären Sie die Anforderung bei Ihrer Gemeinde oder Ihrem Kanton, bevor Sie sich anmelden, und lesen Sie den Ratgeber Sprachniveau für die Einbürgerung.

Sechs Regeln für das ganze Gespräch

  • Ganze Sätze mit einem Verb: «Eine Frau kauft ein Billett», nie «Frau. Billett.».
  • Zu jeder Antwort ein Grund: «weil …», «denn …», «deshalb …». Oft macht genau dieser Grund den Unterschied zwischen zwei Niveaus. Nach «weil» steht das Verb am Ende: «weil ich in Zürich arbeite».
  • Das fehlende Wort umschreiben: «eine Maschine für Billette», «das Ding mit Rädern für das Baby». Ein langes Schweigen kostet mehr als ein ungenaues Wort.
  • Bei Bedarf nachfragen: «Entschuldigung, können Sie die Frage bitte wiederholen?» ist ein ganz normaler Satz in einem Gespräch.
  • Keinen auswendig gelernten Text: Bereiten Sie Satzbausteine über Ihr Leben vor und passen Sie sie an die Frage an.
  • «Sie» mit den Prüfenden, auch im simulierten Telefonat, ausser die Aufgabe nennt einen Freund oder eine Freundin.

Mit dem Modelltest und dem Kurs üben

Die Geschäftsstelle fide veröffentlicht vollständige Beispiele: «Sprechen» A1–A2 und «Sprechen» A2–B1. Dort wird empfohlen, sich mit dem Smartphone aufzunehmen, die Aufnahme anzuhören, am besten zusammen mit einer Person, die Deutsch spricht, und zu überlegen, was man ergänzen oder besser sagen könnte. Üben Sie danach ähnliche Situationen und Themen.

exam-fide.ch ist eine unabhängige Vorbereitung, ohne Verbindung zu fide oder zum SEM. Der Kurs enthält 99 Aufgaben zum Sprechen und Schreiben mit Musterantwort und 8 Probetests im Format des fide-Tests, mit der Verzweigung. Sie nehmen Ihre Antworten Replik für Replik auf, und der virtuelle Prüfer bewertet die ganze Aufgabe: Aufgabe gelöst, Wortschatz, Korrektheit, Flüssigkeit.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Teil «Sprechen» im fide-Test?

Etwa 15 Minuten. Mit «Verstehen» und der Begrüssung dauert der mündliche Teil laut fide-service.ch 40 Minuten.

Wer entscheidet, ob ich mit A1 oder mit B1 weitermache?

Nach den drei Aufgaben A2 empfehlen Ihnen die Prüfenden A1 oder B1. Der Entscheid liegt bei Ihnen: Wenn Sie das andere Niveau wählen, bestätigen Sie das mit Ihrer Unterschrift.

Muss ich jede Aufgabe bestehen?

Nein. Die Punkte aller Aufgaben werden zusammengezählt, und «Sprechen» (zwei Drittel) und «Verstehen» (ein Drittel) ergeben ein einziges mündliches Niveau. Eine schwächere Aufgabe kann durch die anderen ausgeglichen werden.

Darf ich im fide-Test Schweizerdeutsch sprechen?

Ja. Laut Handbuch dürfen Sie sich im Teil «Sprechen» auch im Dialekt ausdrücken, und Helvetismen werden nicht negativ bewertet. Im schriftlichen Teil wird dagegen die geschriebene Schweizer Standardsprache verlangt.

Darf ich die Prüferin bitten, eine Frage zu wiederholen?

Ja, das ist eine normale Strategie im Gespräch. Auch Umformulieren («Wenn ich Sie richtig verstehe, fragen Sie …?») gibt Ihnen Zeit. Punkte kostet es, wenn Sie gar nichts sagen.

Gibt es den mündlichen Teil auch auf Französisch und Italienisch?

Ja. Den fide-Test gibt es auf Deutsch, Französisch und Italienisch, mit dem gleichen Format. Für Bewilligungen zählt die Landessprache am Wohnort; fragen Sie im Zweifel Ihre Behörde.

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