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Einbürgerung · Solothurn

Einbürgerung im Kanton Solothurn: Neubürgerkurs, Prüfung und Deutsch B2

Im Kanton Solothurn besuchen Sie vor dem Gesuch einen Neubürgerkurs mit schriftlicher Prüfung. Seit dem 1. Januar 2026 gilt mündlich Deutsch B2. Voraussetzungen, Ablauf, Gebühren und Beispielfragen.

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Der Kanton Solothurn hat zwei Besonderheiten, die Sie früh kennen sollten: Alle Erwachsenen besuchen einen Neubürgerkurs, der mit einer schriftlichen Prüfung abschliesst, und seit dem 1. Januar 2026 verlangt der Kanton Deutsch B2 mündlich, also mehr als das Minimum des Bundes. Die Angaben in diesem Guide stammen aus den Unterlagen des Amts für Gemeinden, Abteilung Bürgerrecht, auf so.ch. Sie ersetzen kein Gespräch mit Ihrer Gemeinde.

Die Voraussetzungen im Kanton Solothurn

Laut dem Merkblatt Informationen zur Einbürgerung 2026 brauchen Sie:

  • die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C);
  • 10 Jahre Wohnsitz in der Schweiz;
  • 4 Jahre Wohnsitz im Kanton Solothurn;
  • 2 Jahre Wohnsitz in der Gemeinde, in der Sie das Gesuch stellen.

Wer zwischen dem 8. und dem 18. Altersjahr in der Schweiz oder im Kanton gelebt hat, profitiert von kürzeren Fristen. Aufenthalte mit Ausweis N, L oder S zählen nicht, Jahre mit Ausweis F nur zur Hälfte. Wenn Ehepartner gemeinsam ein Gesuch stellen, müssen beide dieselben Fristen erfüllen.

Dazu kommen die Integrationskriterien: ein Strafregisterauszug ohne Eintrag (massgebend ist das Behördenregister VOSTRA, nicht der Privatauszug), keine Schulden, Betreibungen, Verlustscheine oder offenen Steuern, und grundsätzlich keine Sozialhilfe in den drei Jahren vor dem Gesuch, ausser sie wurde vollständig zurückbezahlt. Die allgemeinen Regeln des Bundes finden Sie in den Voraussetzungen der Einbürgerung.

Deutsch: B2 mündlich seit dem 1. Januar 2026

Die Seite Sprachnachweis ab 01.01.2026 verlangt Deutsch auf dem Niveau B2 mündlich und A2 schriftlich. Der Kanton akzeptiert nur Nachweise aus einem Testverfahren, das internationalen Qualitätskriterien entspricht; die Liste der anerkannten Zertifikate steht auf fide-service.ch.

Der Nachweis gilt als erbracht, wenn Deutsch Ihre Muttersprache ist, wenn Sie mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule auf Deutsch besucht haben oder wenn Sie eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch abgeschlossen haben. Kinder unter 12 Jahren sind befreit. In einem echten Härtefall, etwa aus medizinischen Gründen, kann die Fachkommission Bürgerrecht auf besonderes Gesuch dispensieren.

Achtung

B2 mündlich ist ein Schritt mehr als das B1 des Bundes. Der fide-Test prüft nur die Niveaus A1 bis B1: Für B2 brauchen Sie ein anderes anerkanntes Zertifikat. Fragen Sie das Amt für Gemeinden, welches Zertifikat für Sie passt, bevor Sie sich anmelden. Mehr dazu: das Sprachniveau für die Einbürgerung.

Der Neubürgerkurs und die Prüfung

Nach der Seite Neubürgerkurse besuchen alle Personen ab 18 Jahren einen Kurs von 20 Lektionen (mindestens 12 Stunden). Der Kurs muss mit einer bestandenen Prüfung abschliessen. Bei Ehepaaren besuchen beide den Kurs.

  • Anbieter: die Erwachsenenbildungszentren (EBZ) in Solothurn-Grenchen und in Olten. Anmeldung und Termine erhalten Sie dort.
  • Kosten: CHF 400 laut Merkblatt 2026.
  • Anmeldung: Das Formular erhalten Sie bei der Bürgergemeinde. Die Gemeinde unterschreibt es nur, wenn Sie den Sprachnachweis vorlegen.
  • Gesuch: Der Kursausweis oder die Dispensation gehört zu den Unterlagen des Einbürgerungsgesuchs.

Das Kurs- und Prüfungsreglement ab 1. Januar 2026 beschreibt die Prüfung genau:

PunktRegel
Formschriftlich und einzeln, in zwei Teilen: Grundwissen ohne Unterlagen, Detailwissen mit den Kursunterlagen
Dauerhöchstens 1,5 Stunden pro Teil
Inhaltnur Stoff, der im Kurs behandelt wurde: Voraussetzungen der Einbürgerung, Schweiz und Kanton Solothurn, Demokratie und Abstimmen, Sozialversicherungen, Wirtschaft und Arbeit, Schulsystem
BestehenGesamtnote 4.0 (Durchschnitt der beiden Teilnoten)
Wiederholungeinmal ohne neuen Kurs, an einem späteren Prüfungstermin; die Wiederholung ist gebührenpflichtig. Nach einem zweiten Misserfolg besuchen Sie den Kurs noch einmal.

Dispensation: Wer in einer drei- oder vierjährigen Berufslehre oder an einer Mittelschule staatsbürgerlichen Unterricht hatte, oder wer gerade in einer Berufsausbildung ist, kann beim Amt für Gemeinden schriftlich eine Befreiung beantragen, mit einer Kopie des Zeugnisses oder des Lehrvertrags.

Tipp

Ein Teil der Prüfung ist ohne Unterlagen. Lernen Sie die Grundlagen über die Schweiz und Solothurn schon vor dem Kurs: Dann können Sie im Kurs Fragen stellen, statt alles neu zu hören. Wie andere Kantone prüfen, lesen Sie in unserem Guide zum Einbürgerungstest.

Der Ablauf Schritt für Schritt

Das Merkblatt 2026 nennt diese Reihenfolge:

  1. Kontakt mit der Gemeinde. Der erste Kontakt ist die Bürgergemeinde oder Einheitsgemeinde Ihres Wohnorts. Sie erklärt das weitere Vorgehen.
  2. Vorregistrierung beim Zivilstandsamt. Erst danach füllen Sie die Formulare aus und beschaffen die übrigen Dokumente.
  3. Gesuch bei der Gemeinde einreichen, vollständig, mit Sprachnachweis und Kursausweis.
  4. Gespräch beim Oberamt. Daraus entsteht ein Erhebungsbericht. Inhalt und Dauer des Gesprächs sind nicht veröffentlicht: Fragen Sie beim Oberamt nach.
  5. Vorprüfung durch den Kanton, dann Zusicherung des Gemeindebürgerrechts durch die Gemeinde.
  6. Fachkommission Bürgerrecht und Weiterleitung an den Bund, der die Einbürgerungsbewilligung erteilt.
  7. Regierungsrat: Er erteilt das Kantonsbürgerrecht. Danach folgt die Eintragung im Personenstandsregister.

Laut Kanton dauert das Verfahren in der Regel 2 bis 2½ Jahre. Ein Online-Gesuch ist über so.ch/services möglich.

Dokumente und Gebühren

Zivilstandsdokumente dürfen bei der Einreichung höchstens 6 Monate alt sein, Wohnsitzbescheinigungen sowie Straf- und Betreibungsregisterauszüge höchstens 2 Monate. Massgebend ist die Liste der Beilagen im Gesuchsformular 2026.

PostenBetrag laut Merkblatt 2026
Kantonca. CHF 1’500 bis 2’500, nach Aufwand
GemeindeCHF 500 bis 3’000, nach der Zusicherung des Gemeindebürgerrechts
NeubürgerkursCHF 400
BundCHF 100 für eine erwachsene Person (Bürgerrechtsverordnung des Bundes)

Den genauen Betrag Ihrer Gemeinde erfahren Sie bei der Bürgergemeinde. Dazu kommen die Kosten für das Sprachzertifikat und die Dokumente.

Beispielfragen zum Kanton Solothurn

Diese Fragen stammen aus unserem Training «Solothurn: Kanton und Gemeinden». Es sind keine Prüfungsfragen des Kurses, aber sie betreffen dieselben Themen.

  1. Wie viele Mitglieder hat der Solothurner Kantonsrat? 100. (so.ch)
  2. Welcher dieser Namen ist ein Wahlkreis für den Solothurner Kantonsrat? Olten-Gösgen. (so.ch)
  3. Wie heisst die Person, die den Solothurner Regierungsrat präsidiert? Landammann. (so.ch)
  4. Wie wurden Solothurn und Freiburg 1481 aufgenommen? Mit einem eigenen Bündnis am gleichen Tag wie das Stanser Verkommnis. (nw.ch)
  5. Was müssen Erwachsene für die Einbürgerung in Solothurn besuchen? Einen Neubürgerkurs von 20 Lektionen mit Prüfung. (so.ch)

Der Kurs enthält 1’320 Einbürgerungsfragen, mit einer Serie zu Solothurn und einem Probetest. Vergleichen Sie auch mit dem Nachbarkanton Basel-Landschaft.

Häufige Fragen

Gibt es im Kanton Solothurn einen Einbürgerungstest?

Ja, in Form einer schriftlichen Prüfung am Ende des obligatorischen Neubürgerkurses von 20 Lektionen. Sie besteht aus zwei Teilen und ist mit der Gesamtnote 4.0 bestanden.

Welches Deutschniveau verlangt Solothurn?

Seit dem 1. Januar 2026 B2 mündlich und A2 schriftlich, nachgewiesen mit einem anerkannten Zertifikat, ausser Sie sind zum Beispiel von Muttersprache oder Schule her befreit.

Wie lange muss ich im Kanton und in der Gemeinde wohnen?

Mindestens 4 Jahre im Kanton Solothurn und 2 Jahre in der Gemeinde, zusätzlich zu den 10 Jahren in der Schweiz.

Was kostet die Einbürgerung in Solothurn?

Laut Kanton ca. CHF 1’500 bis 2’500 für den Kanton und CHF 500 bis 3’000 für die Gemeinde, dazu CHF 400 für den Neubürgerkurs und die Gebühr des Bundes.

Wie lange dauert das Verfahren?

Laut Merkblatt des Kantons in der Regel 2 bis 2½ Jahre.

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