Das Gespräch B1 im Überblick
Wenn Sie nach den drei Aufgaben A2 mit B1 weitermachen, schlägt Ihnen die Prüferin zwei Themen vor, und Sie wählen eines. Im Modelltest «Sprechen» A2–B1 stehen «Weiterbildung» oder «Feste» zur Wahl. Danach folgen offene Fragen zu diesem Thema.
| Punkt | Was Sie wissen müssen |
|---|---|
| Punkte | 24, also 57 % von «Sprechen» in der Kombination A2–B1 |
| Grenzwert B1 | 79 % des mündlichen Teils («Sprechen» zwei Drittel, «Verstehen» ein Drittel) |
| Bewertung | Aufgabenbewältigung, dann Wortschatz, Korrektheit und Flüssigkeit |
| Wer es braucht | Vorzeitige Bewilligung C und ordentliche Einbürgerung: mindestens B1 mündlich (FAQ des SEM) |
Das Handbuch zum fide-Test beschreibt, was man bei B1 erwartet: Sie sprechen mit wenig Zögern; bei längeren Passagen sind Pausen zum Planen oder zum Korrigieren in Ordnung.
Die vier Fragetypen
Das Handbuch nennt vier Kompetenzen. Sie kommen in jedem Thema vor, aber Reihenfolge und Formulierung der Fragen können sich ändern. Die Beispiele zum Thema «Feste» sind sinngemäss aus dem Modelltest übernommen.
| Typ | Beispiel (Thema «Feste») | Was Sie machen | Werkzeuge |
|---|---|---|---|
| Eine Erfahrung erzählen | Welches Fest haben Sie zuletzt besucht? | Eine kurze Geschichte, in der richtigen Reihenfolge, mit Ihren Gefühlen | Perfekt, Präteritum (war, hatte, musste), am Anfang, dann, am Schluss |
| Einen Ablauf beschreiben | Wann und wie feiern Sie ein wichtiges Fest? | Die Schritte, vom Anfang bis zum Schluss | zuerst, danach, dann, schliesslich; man muss, man sollte |
| Vor- und Nachteile | Was ist positiv und was negativ an einem Fest mit vielen Gästen? | Zwei Vorteile, zwei Nachteile, ohne sich zu entscheiden | einerseits … andererseits, ein Vorteil ist …, dagegen |
| Stellung nehmen | Welches Fest aus Ihrem Land sollte es auch in der Schweiz geben, und warum? | Ihre Meinung zu einer vorgestellten Situation, begründet | wenn + Konjunktiv II (würde, wäre, hätte), meiner Meinung nach, deshalb |
Tipp
Wählen Sie in zehn Sekunden das Thema, zu dem Sie eine wahre Geschichte erzählen können. Die Frage zur Erfahrung gelingt am besten, wenn man die Szene erlebt hat; die drei anderen bereiten Sie mit denselben Werkzeugen für alle Themen vor.
Thema mit Lösungen: «Die Arbeit»
Dieses Thema stammt aus dem Kurs. Die Musterantworten sind auf Niveau B1: etwa fünf bis acht Sätze pro Frage, verbunden, mit Gründen.
Aufgabe aus dem Kurs
1. Erzählen Sie von einem schwierigen Arbeitstag oder von einem Problem, das Sie bei der Arbeit hatten.
2. Sie sind krank und können nicht zur Arbeit gehen. Was muss man tun? Erklären Sie die Schritte.
3. Teilzeit arbeiten: Was sind die Vor- und Nachteile?
4. Stellen Sie sich vor: Ihr Chef bietet Ihnen an, Teamleiter zu werden. Sie verdienen mehr, aber Sie haben mehr Stress. Was machen Sie?
Frage 1: Antwort A2 und Antwort B1
Antwort Niveau A2
Ich arbeite in einem Altersheim in Luzern. Ein Sonntag war schwierig. Zwei Kollegen waren krank. Wir waren drei. Eine Frau ist gefallen. Wir haben die Ambulanz gerufen. Ich habe viel gearbeitet. Am Abend war ich müde.
Antwort Niveau B1
Ich arbeite als Pflegehelfer in einem Altersheim in Luzern. Ich erinnere mich an einen sehr schwierigen Sonntag im letzten Winter. Zwei Kollegen waren krank, und wir waren nur zu dritt für die ganze Abteilung. Ausserdem ist eine Bewohnerin in ihrem Zimmer gestürzt, und wir mussten die Ambulanz rufen. Ich bin den ganzen Tag gerannt und konnte keine Pause machen. Am Abend war ich völlig erschöpft, aber auch stolz, weil wir gut zusammengearbeitet hatten.
Was den Unterschied macht: Die Antwort A2 erzählt die Fakten in einzelnen Sätzen. Die Antwort B1 ordnet die Geschichte zeitlich ein («im letzten Winter»), verbindet die Ereignisse («und», «ausserdem», «aber»), mischt Präteritum für den Hintergrund («waren», «mussten», «konnte») und Perfekt für die Handlungen, verwendet ein Plusquamperfekt («zusammengearbeitet hatten») und endet mit einem begründeten Gefühl.
Fragen 2 bis 4: Musterantworten B1
Ablauf. «Zuerst muss man so schnell wie möglich den Chef informieren, vor Arbeitsbeginn, meistens per Telefon. Wenn man länger als drei Tage krank ist, muss man zum Arzt gehen und ein Arztzeugnis verlangen. In manchen Firmen braucht man schon ab dem ersten Tag ein Zeugnis: Das hängt vom Vertrag ab. Danach schickt man das Zeugnis an die Personalabteilung. Und wenn es einem besser geht, sagt man dem Chef, wann man zurückkommt.»
Vor- und Nachteile. «Teilzeit hat viele Vorteile. Man hat mehr Zeit für die Familie, für einen Kurs oder einfach zum Ausruhen. Es ist auch weniger anstrengend, vor allem in körperlichen Berufen. Der Nachteil ist aber der Lohn: Man verdient weniger, und später bekommt man auch eine kleinere Rente. Manchmal bekommt man auch weniger Informationen, weil man nicht immer da ist.»
Stellung nehmen. «Wenn mein Chef mir anbieten würde, Teamleiter zu werden, würde ich mich freuen, weil das ein Zeichen von Vertrauen wäre. Aber ich würde nicht sofort Ja sagen. Zuerst würde ich ihn fragen, was genau meine neuen Aufgaben wären und ob ich eine Weiterbildung machen könnte. Dann würde ich mit meiner Frau darüber sprechen, weil wir zwei Kinder haben. Ich glaube, am Ende würde ich annehmen, weil ich gern organisiere und meinen Kollegen helfe.»
Stellung nehmen: Hier sieht man das Niveau
Die hypothetische Frage trennt A2 und B1 am deutlichsten. Vergleichen Sie Satz für Satz:
| Antwort A2 | Antwort B1 | Was sich ändert |
|---|---|---|
| Ja, ich will. Das ist gut. | Wenn mein Chef mir diese Stelle anbieten würde, würde ich mich freuen, weil das ein Zeichen von Vertrauen wäre. | Wenn + Konjunktiv II, Grund mit «weil» |
| Aber es gibt Stress. | Aber ich würde nicht sofort Ja sagen. | Nuance: Die Antwort ist nicht automatisch |
| Ich spreche mit meiner Frau. | Dann würde ich mit meiner Frau darüber sprechen, weil wir zwei Kinder haben. | Verbindungswort, «darüber», Konjunktiv II |
| Ich sage Ja. | Ich glaube, am Ende würde ich annehmen, weil ich gern organisiere. | Angekündigter und begründeter Schluss |
Merke
Für die hypothetische Frage: Im wenn-Satz steht das Verb am Ende, im Hauptsatz kommt danach zuerst das Verb: «Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich …, weil …». Bei «haben» und «sein» nehmen Sie «hätte» und «wäre», nicht «würde haben» oder «würde sein».
Die Fallen im Gespräch B1
- Zu kurze Antworten: Ein oder zwei Sätze pro Frage sind eine Antwort A2. Planen Sie fünf bis acht Sätze.
- «Vor- und Nachteile» und «Stellung nehmen» verwechseln: Bei der dritten Frage zeigen Sie beide Seiten; bei der vierten sagen Sie Ihre Meinung.
- Im Präsens erzählen: Die Erfahrung erzählt man in der Vergangenheit, mit dem Perfekt und dem Präteritum von «sein», «haben» und den Modalverben.
- Ein Ablauf ohne Schritte: Ohne «zuerst, danach, schliesslich» sieht die Prüferin die Reihenfolge nicht.
- Die gelernte Rede: Ein vorbereiteter Text über «die Weiterbildung» passt nicht zu «Erzählen Sie von einem Fest».
Achtung
Sie verstehen eine Frage nicht? Antworten Sie nicht an der Frage vorbei. Formulieren Sie um: «Wenn ich Sie richtig verstehe, fragen Sie, was ich machen würde, wenn …?» Das ist eine echte Gesprächskompetenz, und Sie gewinnen ein paar Sekunden zum Nachdenken.
Acht Themen zum Üben
Bereiten Sie zu jedem Thema eine Geschichte, einen Ablauf, zwei Vorteile und zwei Nachteile und eine Antwort auf die hypothetische Situation vor. Sprechen Sie laut und nehmen Sie sich auf.
- Wohnen: ein Umzug; wie man eine Wohnung sucht; in der Stadt oder auf dem Land leben; Sie gewinnen ein Haus in den Bergen.
- Gesundheit: ein Besuch im Notfall; wie man die Franchise der Krankenkasse wählt; Sport im Verein oder allein; Ihr Arzt verbietet Ihnen Zucker.
- Kinder: der erste Schultag; ein Kind in der Schule anmelden; Bildschirme für Kinder; Ihr Kind will nach der Oberstufe keine Lehre machen.
- Mobilität: eine misslungene Reise; den Führerausweis in der Schweiz umtauschen; Auto oder Zug; der öffentliche Verkehr wird gratis.
- Einkaufen: ein Kauf, den Sie bereuen; einen online bestellten Artikel zurückschicken; online oder im Laden einkaufen; die Läden schliessen am Samstag.
- Arbeit: Ihr erster Arbeitstag in der Schweiz; sich auf ein Inserat bewerben; Homeoffice; man bietet Ihnen eine Stelle in Genf an.
- Freizeit: ein gelungenes Wochenende; sich in einem Verein anmelden; Ferien im Herkunftsland oder anderswo; Sie haben jede Woche einen freien Tag.
- Weiterbildung: ein Kurs, der Ihnen geholfen hat; ein Diplom anerkennen lassen; allein oder im Kurs lernen; Sie können noch einmal studieren.
Der Kurs bietet ganze Themen B1 mit Musterantwort, und der virtuelle Prüfer bewertet Ihre Aufnahmen Frage für Frage: Zeitformen, Verbindungswörter, Länge, Antwort auf die Frage. Um Ihr Gesamtniveau einzuschätzen, machen Sie einen Probetest im Format des fide-Tests, mit «Verstehen» in A2–B1.